Wo bleibt der Mehrwert?

Hinter allen neuen Techniken steht für den Anwender jeweils eine Frage: wo bleibt der Mehrwert? Nur wenn er diesen sieht, ist er auch bereit in neue Technologien zu investieren.


Nehmen wir das Beispiel Big Data. Das Versprechen aus der Analyse unglaublicher Datenmengen neue Erkenntnisse über Anlage und deren Verfügbarkeit zu bekommen, schwebt schon lange wie ein Damoklesschwert über den entsprechenden Herstellern und Anwendern. Ohne Zweifel, steckt ein großes Potential hinter dieser Technik, aber der Anwender möchte keine Big-Data-Analyse, was er will ist ´Smart Data´, das heißt Daten, die ihm bereits ein Ergebnis zeigen. Die Frage ist nur, wie er zu diesen Daten kommt. An diesem Punkte zeigen derzeit noch Hersteller und Anwender mit dem Finger jeweils auf den Anderen. So sagen Sensor- und Messtechnikhersteller, dass die Anforderungen der Anwender jeweils so individuell seien, dass es (wirtschaftlich) wenig sinnvoll ist, sich mit den einzelnen Problematiken zu beschäftigen. Der Anwender - auf der anderen Seite - steht vor einer Vielzahl an Daten, die er erst einmal erfassen und verstehen muss, bevor er sich überhaupt einer Problemlösung nähern kann. Ist es da verwunderlich, dass er lieber gleich die Finger davon lässt? Möglicherweise gibt es aber einen lachenden Dritten, wie z.B. Google, die eines Tages mit ihren Analysen-Tools und Services in die ehemalige Domain der Automatisierungshersteller eindringen. Wie schnell man den eigenen Markt aus den Händen geben kann, haben Taxi- und Hotelunternehmen mit Uber oder Trivago in der Vergangenheit schmerzhaft erkennen müssen. Auf einmal haben branchenfremde Unternehmen die (virtuelle) Oberhoheit über Märkte, für die sie gar keine greifbaren Produkte haben, sondern nur intelligente Softwarelösungen bereit stellen. Das kann aber ausreichen, wenn der Anwender dort seinen Mehrwert findet.

Viele Grüße aus Marburg

Dr.-Ing. Peter Ebert

Ressortleiter Bildverarbeitung,

Messtechnik & Sensorik

pebert@sps-magazin.de

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