Erschienen am: 29.10.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 11 2018

Optimierte Bedienung und Konfiguration von Vision-Applikationen

Vision für Jedermann

Mit der übersichtlichen Benutzeroberfläche BVS-Cockpit gelingt der einfache Zugriff auf alle Funktionen der Bildverarbeitung. Ohne spezielle Vorkenntnisse kann der Nutzer skalierbare Vision-Applikationen einrichten und bedienen.


Die Benutzeroberfläche BVS-Cockpit führt den Nutzer durch das Programm anhand von selbsterklärenden Kurzbeschreibungen. So lassen sich einfach im Konfigurationsprogramm alle möglichen Inspektionsprogramme erstellen.
Bild: Balluff GmbH

Machine Vision Lösungen als Buch mit sieben Siegeln, das immer nur von Experten angegangen werden kann muss nicht sein. Balluff zeigt mit seiner Bedienoberfläche BVS-Cockpit, dass das Gros der Aufgaben auch einfacher zu lösen ist. Sie gibt den Benutzern größtmögliche Unterstützung und Hilfe bei der Entwicklung von Inspektionsprogrammen. Ausgesprochene Bildverarbeitungsexperten sind nur noch bei ganz kniffligen Aufgaben gefragt. Der Clou: mit der skalierbaren Lösung lassen sich unterschiedliche Geräteplattformen aus dem Balluff Vision-Portfolio nutzen und so Synergieeffekte generieren. So muss sich der Anwender bei unterschiedlichen Vision-Elementen innerhalb einer Prozesskette, etwa zur Rückverfolgung oder Sicherung der Produktqualität, dank des einheitlich gestalteten Bedienkonzeptes nicht mehr umstellen. Nutzer können ortsunabhängig über das gesamte Netzwerk, mit einem gängigen Webbrowser auf die Benutzeroberfläche und die einzelnen Vision-Applikationen zugreifen. Für Ordnung bei Mehrfachzugriffen und die entsprechenden Rechte sorgt ein abgestuftes Benutzermanagement. Automatisch lassen sich nach jedem Inspektionsdurchlauf alle Testergebnisse - und nach Bedarf auch Bilder - auf einen Server (FTP, FTPS, Verzeichnis) abspeichern.

Handbuch per Webzugriff

Wie wurde aber erreicht, dass dieser Funktionsumfang und die direkten Bildverarbeitungsaufgaben einfach zu realisieren sind? Das liegt in der Struktur des Systems selbst. Über den Webzugriff hat der Benutzer automatisch immer die richtige Softwareversion und die richtigen Handbuchunterlagen dabei. Besonders am Anfang oder bei neuen Funktionen hilft die integrierte Onlinehilfe über erste Klippen hinweg. Diese kann später auch ausgeschaltet werden. Die im Webbrowser erscheinende Oberfläche folgt klaren Strukturen. Dem Nutzer werden nur noch die für seine aktuelle Aufgabe relevanten Informationen angezeigt. Weitere Parameter schlummern in den Tiefen der Software, bis sie gebraucht werden. Aus Übersichtlichkeitsgründen wurde eine Beschränkung auf drei Menüebenen - ohne verschachtelte Untermenüs - eingeführt. Verschiedene Modi sorgen für die einfache Betriebnahme und Darstellung der Ergebnisse:

Monitormodus: Dort erfolgt die Anpassung an die Außenwelt (Feldbus, IO, Systemzeit…). Hier kann der Anwender auch die gewünschten Inspektionsprogramme auswählen und ausführen. Die Ergebnisse werden dann definiert über bestimmte Ausgänge weitergegeben oder über sogenannte Ergebnispakete der SPS oder einem Steuerungsrechner zugeleitet. Parallel zum aktuellen Inspektionsdurchlauf kann zudem die Historie eingesehen werden.

Konfigurationsmodus: Möchte der Nutzer Inspektionsprogramme erstellen oder verändern, muss er in den Konfigurationsmodus wechseln, um Analysewerkzeuge aus einem Werkzeugkasten auszuwählen, sequentiell anzuordnen, die Parameter zu definieren und bei Bedarf auch Kontrolltoleranzen festzulegen. Außerdem kann er dort die wichtigen Zwischenergebnisse für den Monitormodus auswählen. Bei einigen Tools kommen auch sogenannte Wizards (Assistenten) zum Einsatz, die anhand von Objekten eine Parametrierung automatisch vornehmen. Hier führt die Oberfläche schrittweise durch die Parameterdefinition, Suchregionen werden festgelegt und eventuell Gut-/ Schlechtbeispiele eintrainiert. Die Software ermittelt daraus die optimalen Parametereinstellungen, die anschließend aber auch noch angepasst werden können. Alle Werkzeuge basieren auf der Halcon Bibliothek, was für den Normalnutzer aber keine Bedeutung hat, denn die Balluff-Software führt den Nutzer durch das Programm anhand von einfachen selbsterklärenden Kurzbeschreibungen, wie z.B. Objekt finden, Text lesen, Helligkeit prüfen etc.

Statistikmodus: Im Statistikmodus, der parallel zur Inspektion aufgerufen werden kann, erhält der Anwender Einblicke in seine Produktionsqualität. Gesamtstatistikwerte sowie einzelne Parameterverläufe werden zeitlich und statistisch aufbereitet und in Form von Histogrammen dargestellt, ohne die Performance der laufenden Inspektion zu beeinflussen. Mit nur einem Klick lässt sich von einem Diagrammpunkt auf die dazugehörige Inspektionsanzeige im Monitormodus wechseln.

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