Simulationssoftware für die Lehre

Früh übt sich

Praxis statt reine Theorie - darauf setzen die Verantwortlichen der Fakultät für Technische Prozesse der Hochschule Heilbronn. So steht den Studierenden des Studiengangs Technisches Logistikmanagement (TLM) mit IndustrialPhysics eine Simulationssoftware zu Verfügung, mit der sie realitätsnahe Programmierungen vornehmen, die Auswirkungen direkt erkennen und analysieren können.


Hochschule Heilbronn

Max-Plank-Str. 39

74081 Heilbronn

Ca. 350 Angestellte + 200 Professoren

"Die Visualisierung der Programmierung ermöglicht unseren Studierenden ein gutes Lernen. Auch die Bewältigung komplexer Programmierarbeiten bereitet sehr gut auf die zukünftigen Aufgaben vor. industrialPhysics war definitiv die richtige Entscheidung"

Bild: Hochschule Heilbronn

Schon früh erkannten die Dozenten Prof. Dr. Tobias Loose, Modulverantwortlicher für Automatisierungstechnik, und Thomas Kriehn, Akademischer Mitarbeiter an der Fakultät für Technische Prozesse, dass es in der Automatisierungstechnik sehr wertvoll ist, praktische Elemente einfließen zu lassen. "Die speicherprogrammierbare Steuerung lässt sich mit Simulationssoftware gut darstellen, sodass die Studierenden immer sofort die Auswirkung ihrer programmierten Steuerung sehen können. Sie können sich so in kleinen Schritten an die Programmierung heranwagen und lernen die Theorie (z.B. Speicherfunktionen, Logische Verknüpfungen) durch die praktische Anwendung mit der Simulationssoftware. Fehler in der Programmierung werden schnell erkannt und können mit Debugging-Tools behoben werden. Das ist z.B. der Beobachtungsmodus, in dem jederzeit überprüfbar ist, in welchem Zustand sich eine Variable während des Simulationslaufs befindet. Wenn ein Modell dann richtig funktioniert, z.B. die fehlerfreie Ein- und Auslagerungen aus einem Lager mit einem Regalbediengerät, so ist dies für die Studierenden ein Erfolgserlebnis. Den Studierenden fällt das Lernen mit der Simulationssoftware leichter, es können auch sehr komplexe Zusammenhänge vermittelt werden", erklärt Kriehn. So begaben sich Loose und Kriehn Anfang 2016 auf die Suche nach einer geeigneten Simulationssoftware. Die Entscheidung fiel zugunsten von IndustrialPhysics aus, da die Software für die Lehre sehr flexibel einsetzbar ist.

Implementierung der Simulationssoftware

"Nach der ersten Kontaktaufnahme mit Machineering bekamen wir ein Angebot und danach einige Demos per TeamViewer, sodass wir direkt sehen konnten, wie die Simulationssoftware funktioniert", erinnert sich Kriehn. Damit war die Entscheidung gefallen. Die Software wurde ab sofort für den Lehrbetrieb genutzt. "Die Schulung erfolgte ausschließlich per TeamViewer. Es musste kein Mitarbeiter von Machineering zu uns nach Heilbronn kommen," erzählt Kriehn. "Bei Unklarheiten und Problemen stand uns das Unternehmen jederzeit zur Seite und so konnten alle Schwierigkeiten schnell und unkompliziert gelöst werden." Auch bei den anfänglichen Herausforderungen setzte die Hochschule Heilbronn auf Machineering. "Zu Beginn benötigten wir einen Katalog mit fertigen Bauteilen, z.B. ein Regalbediengerät (RBG), einen Rollenförderer, Lagerzeilen und Lichtschranken, da wir im IronCAD möglichst schnell ein Modell zusammenklicken wollten. Das soll deshalb schnell und einfach gehen, da wir uns voll auf das Programmieren der erstellten Modelle konzentrieren möchten", erzählt Kriehn. "Machineering hat uns dabei sehr unterstützt. Wir erhielten alle Daten der Bauteile, sodass wir schnell damit arbeiten konnten." Im Lehrbetrieb bekommt die Hochschule für jedes Semester Lizenzen, die dann an die Studierenden verteilt werden. Diese laufen jeweils nach einem halben Jahr ab. Über eine Cloud steht das aktuelle Softwarepaket und die Schnittstelle zu IronCAD zur Verfügung. Derzeit werden Lager mit Regalbediengeräten, Shuttle-Systeme, Rollenfördersysteme, Bandfördersysteme oder auch Meldeleuchten visualisiert. Die meisten der Modelle beruhen nicht auf realen Maschinen. Mit einer Ausnahme: "Wir haben ein Miniaturmodell der Firma Staudinger-Est mit Bandförderern und RBG sowie Fischer-Technik-Modulen. Es wurde in einer Bachelor-Thesis mit IndustrialPhysics nachgebaut. Das Modell läuft und orientiert sich am Original", berichtet Kriehn.

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Gut ausgebildeter Nachwuchs

"Die Studierenden können selbst damit arbeiten und es sind auch komplexere Programmierungen möglich. Für die Studierenden heißt das, dass jederzeit sichtbar und nachprüfbar ist, welche Auswirkungen ihre eigene Programmierung erzeugt." Kriehn weiter: "Die Studierenden können in kleinen Schritten beginnen und haben immer direkt einen Lernerfolg: Sie sehen z.B., dass eine Palette von einem Rollenförderer transportiert wird. Es wird dann Schritt für Schritt komplizierter, bis schließlich verschiedene Lagerstrategien für ein Regalbediengerät programmiert werden. Die Studierenden können dabei Ihr Tempo selbst bestimmen. Wenn Sie nicht weiterkommen, erhalten sie direkt Unterstützung vom Dozenten." Auch für die Zeit nach dem Studium erwartet Kriehn, dass die Studierenden von der Arbeit mit IndustrialPhysics profitieren: "Das Gute daran ist, dass die Studierenden dann bereits mit einer Simulationssoftware gearbeitet haben. Das werden Sie im Unternehmen wieder tun, falls Sie in einem solchen Bereich arbeiten werden. Die Einarbeitung wird Ihnen dadurch leichter fallen." Auch Machineering liegt diese Zusammenarbeit am Herzen: "Wir freuen uns, dass die Studierenden an der Hochschule Heilbronn mit unserer Simulationssoftware arbeiten. Simulationsmodelle werden den meisten nach ihrem Abschluss im Berufsleben auf die eine oder andere Weise begegnen", weiß Dr. Georg Wünsch, Geschäftsführer und Gründer von Machineering. "Simulation und Industrie 4.0 gehören unweigerlich zusammen. Mit den praktischen Erfahrungen in diesen Bereichen wird den jungen Leuten der Einstieg erleichtert und auch die späteren Arbeitgeber profitieren von gut ausgebildetem Nachwuchs."

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