07.10.2020

Mobile Lösungen für die Elektrokonstruktion

App statt Ausdruck

Der schnelle Zugang zu aktuellen Informationen über Bauteile, Verkabelung und Schaltschrankaufbau ist von großem Vorteil - vor allem für Instandhalter oder Servicemitarbeiter , die auf zuverlässige Konstruktionsdaten vor Ort angewiesen sind. Statt zeitaufwändig umfangreiche Papierdokumentationen zu wälzen, bietet sich für Techniker nun die Möglichkeit, per Mobilgerät und App aus der Cloud die benötigten Pläne und Artikeldaten abzurufen. Mit dem Mobile Device lassen sich zudem Räume einscannen, Verbindungen verdrahten und vorgenommene Änderungen digital dokumentieren.


Im Informationsbereich zeigt die AR-App von WSCAD das Bauteil im Schaltplan an, über die Kommentarfunktion können Notizen zu den Bauteilen eingefügt werden.
Bild: WSCAD GmbH

Auch im Maschinen- und Anlagenbau sowie im Gebäude- oder Energiemanagement kommen mobile Geräte und Apps immer öfter zum Einsatz, weil sie die Arbeitsvorgänge erleichtern - gerade z.B. von Servicetechnikern und Instandhaltern. Der ECAD-Softwareanbieter WSCAD stellt jetzt zwei Apps - WSCAD Building AR App und WSCAD Cabinet AR App - als kostenlose Erweiterung zur Verfügung. Aus Anwendersicht ergänzen die mobilen Funktionen die Planungs- und Prozessabläufe rund um das Electrical Engineering. Denn es geht nicht darum, den gesamten Funktionsumfang der WSCAD Suite auf die kleinen Bildflächen der Tablets oder Smartphones zu bringen. Die Apps sind vielmehr so zugeschnitten, dass sie projektbezogene Pläne, Artikeldaten und 3D-Sichten von Bauteilen, die Service und Instandhaltung tatsächlich vor Ort benötigen, schnell und lückenlos für Techniker zugänglich machen.

Informationen mit realen Objekten verbinden

So genannte Augmented Reality (AR) Apps erweitern reale Gegebenheiten mit dazu passenden Informationen aus zentralen Datenquellen wie etwa Cloud-Speicher. Diese Apps holen Projektdaten zu Bauteilen, Schaltschränken oder Gebäuden direkt auf das Display eines Smartphones oder Tablets. Die rasante Weiterentwicklung von Kameras und Sensoren sowie steigender Rechenleistung machen aus Mobile Devices intelligente Werkzeuge. Etwa kann ein Techniker mit der Building AR-App von WSCAD Räume in Gebäuden scannen und millimetergenau vermessen. Das Tablet oder Smartphone speichert die geometrischen Daten des Raumes einschließlich vorhandener Türen und Fenster mit Raumnummer und frei wählbarem Namen. Zollstock oder Laser sind nicht mehr nötig. Das aber ist erst der Anfang. Einmal erfasst lassen sich weitere Räume mit ihren jeweiligen Maßen dem Raummodell hinzufügen und so Stockwerk für Stockwerk ein ganzes Gebäude in seiner räumlichen Struktur abbilden. Für den Fall, dass Raumhöhen sich ändern, neue Wände vorgesehen sind oder verschiedene Wandstärken zu berücksichtigen sind, fügt der Planer auf seinem mobilen Gerät die Daten in das Modell einfach ein und erhält sofort wie von Geisterhand den geänderten Grundriss. Sind alle Räume und Stockwerke angelegt, lässt sich der Gebäudeplan als DXF- oder PDF-Datei exportieren und mit den Schaltplänen verbinden - einfacher und komfortabler sind Elektroplanungen für Alt- und Neubauten kaum zu haben, vor allem wenn Änderungen an bestehenden Gebäuden anstehen und die Dokumentation fehlt oder fehlerhaft ist.

Per QR-Code zum Originaldatenblatt

Das Erfassen von Grundrissen und Raumdaten in einem digitalen Format ist nur ein Beispiel. Eletrofachleute wissen, was schnelle Informationsübermittlung auch für den Aufbau oder das Warten von Schaltschränken bedeutet. Beispiel QR-Code. Die AR-App WSCAD Cabinet scannt mittels Kamera die auf den Komponenten aufgebrachten Labels und verknüpft sie mit den zum Schaltschrank gehörenden WSCAD-Projekt. Je nach Anforderung stehen auf dem Mobile Device die zur Komponente oder Baugruppe gehörigen Informationen wie Referenzkennzeichen, Funktionstext, Artikeldaten, Schaltpläne und Originaldatenblätter der Hersteller aus dem zuständigen Projekt zur Verfügung.

Sicher verdrahten per App

Sind die Projektdaten aus der WSCAD Suite auf dem Tablet oder Smartphone geladen, ist auch die Verdrahtungsliste des Schaltschranks einschließlich der farblich gekennzeichneten und spezifizierten Verbindungen zugänglich - ohne schwere Handbücher oder ausgedruckte Papierlisten. Die Cabinet AR-App steht dem Servicetechniker auch zur Seite, wenn er im Schaltschrank die Verdrahtung umkonfiguriert: Verbindungen werden samt Aderquerschnitten und -farben einfach auf dem Mobile Device vermerkt und an die WSCAD-Anwendung gesendet ohne lästiges Markieren und Abhaken auf Papierlisten und Stromlaufplänen. Die Änderung steht projektweit im Handumdrehen zur Verfügung, eine Auswertung stellt automatisch den aktuellen Stand sicher und achtet darauf, dass nichts vergessen wurde.

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Die Cloud: direkter Draht zum Projekt

Das Anbinden eines mobilen Endgeräts an die WSCAD Suite mit ihren sechs Disziplinen Elektrokonstruktion, Schaltschrankaufbau, Fluidtechnik, Verfahrenstechnik, Gebäudeautomation und Elektroinstallation ist einfach: Ein Engineering-Projekt wird aus der Anwendung in einen Cloud-Speicher wie Dropbox oder Microsoft OneDrive exportiert. Der Anwender ruft über die WSCAD AR-Apps mit seinem Smartphone oder Tablet das Speicherkonto mit Benutzername und Passwort auf und wählt das betreffende Projekt aus. Der Scan des QR-Codes liefert umgehend die technischen Bauteildaten nebst Betriebsmittelkennzeichen. Eine weitere AR-App-Funktion bietet Sichtweisen auf die Bauteile in Verbindung mit den hinterlegten Schaltplänen. Auch die Lage des Bauteils im elektrischen Schaltplan ist aufrufbar. Wer das Bauteil in 3D sehen möchte, drückt auf die 3D-Symbolschaltfläche, vorausgesetzt natürlich, die 3D-Dateien sind im Artikeldatensatz des Bauteils hinterlegt.

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